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BIM – Angst und Chance

“Building Information Modelling” kaum ein anderer Begriff jagt so vielen Menschen in der Bauwirtschaft Angst ein. Doch BIM ist in der Zukunft aus dem Planungs- und Fertigungsprozess von Bauwerken nicht mehr wegzudenken. Und das liegt im wesentlichen an dem Ansatzpunkt dieser Technik. Denn Sie beschreibt nicht nur die Planung von Bauprojekten als digitale 3D-Modelle, es handelt sich vielmehr um einen ganz neuen Ansatz den Ablauf zu organisieren.
Es geht darum, Bauwerke objektorientiert zu denken. Eine Methode die bereits andere Bereiche revolutioniert hat. Java, eine der am leichtesten zu erlernenden Programmiersprachen basiert auf diesem Prinzip und hat vielen Millionen Nutzern das Tor zur schnellen und effizienten Anwendungsprogrammierung geöffnet. Ähnlich soll auch BIM revolutionieren. Wer Bauwerke in Objekten denkt dann Informationen zu dem Objekt leichter speichern und verknüpfen. Aus welchem Material ist das Bauteil zusammengesetzt? Welche Schwachstellen weist es auf? Verbunden mit moderner Ausschreibungs- und Facility-Management-Software ergeben sich so ganz neue Potenziale. Und mit Hilfe der 3D Modellierung ist es möglich moderne Simulationswerkzeuge zu verwenden und auch während des Schaffensprozesses Planungsschwächen aufzudecken.

Wer dabei auf die Fakten schaut muss anerkennen, dass dieses Umdenken notwendig ist. Nicht erst seit dem Debakel um den Hauptstadtflughafen BER und der Elbphilharmonie ist die nicht besonders effiziente Bauwirtschaft im Fokus der Öffentlichkeit. Dabei zeigen andere Länder in Europa wie es besser geht. Das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Dänemark, Finnland und Norwegen schreiben die Planung mit der BIM-Methode bei allen Neubauten der öffentlichen Hand vor. Die oberste Vergabebehörde im Vereinigten Königreich hat nach eigenen Angaben seit der Einführung 2010 die Rate der Gebäude die frist- und budgetgerecht fertiggestellt wurden auf 60% erhöht und damit um 33% gesteigert bis 2014. So wurden nach Angaben der Regierung umgerechnet 2 Milliarden Euro eingespart.

In Deutschland können laut einer EU Studie 5-10% der Kosten für die Errichtung von Bauwerken mit BIM eingespart werden. Bezogen auf den öffentlichen Ausschreibungsmarkt würden sich so 9 bis 18 Milliarden Euro ergeben. Im Jahr 2014 hat das EU-Parlament eine Richtlinie zum Einsatz von BIM verabschiedet und das Bundesverkehrsministerium 2016 einen Stufenplan implementiert, der die Abgabe von Projekten in dieser Form ab 2020 vorsieht. Im Zuge dessen wird auch eine DIN-Norm entwickelt. Das Thema wird uns also noch weiter beschäftigen. Das Problem, BIM stellt eine riesige Veränderung bei der Arbeitsweise im Planungsprozess dar, da es nun mal nicht nur eine neue Art des Zeichnens ist. Sich auf das neue Vorgehen einzustellen erfordert einen gut geplanten Change-Prozess. Und die Arbeit wird nicht weniger: Der Aufwand wird sich jedoch mehr in die Planungsphase verschieben, damit die Kosten und Kollisionen in der Ausführungsphase abnehmen.

In jedem Fall eine spannende Entwicklung, die man weiter im Auge behalten muss und die einem Wettbewerbsvorteil verschaffen kann. Für Hilfe zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne zur Seite. Kontaktieren Sie uns einfach.